Musikschule Wesermarsch
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Landesverband Niedersächsischer Musikschulen Verband deutscher Musikschulen

Lehrerkonzert Brake 24.09.2011

Von Thomas Schröder

Auf unser Lehrerkonzert, welches wir am vergangenen Samstag, dem 24.09.2011 im Paul-Gerhardt-Haus in Brake veranstalteten, war ich sehr gespannt. Wieder einmal war eine bunte Mischung stilistischer Vielfalt von Programmchef Ulrich Ziegeler vorbereitet worden. Der Titel sagt es schon: sowohl klassische und barocke Komponisten als auch moderne Pop-, Jazz- und Blues-Nummern versprachen ein abwechslungsreiches Programm.

Der Bremer Pianist und Weinkenner Thorge Müller ließ es sich dabei nicht nehmen, in einem augenzwinkernden Vortrag auf die Nähe des Musikers zum Wein hinzuweisen. Er entwickelte dabei eine Theorie, das Ableben des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart mit den Wein-Panschpraktiken der damaligen Weinproduzenten in Verbindung zu bringen und kündigte gleichwohl an, dass der von der Musikschule kredenzte Wein in der anstehenden Konzertpause von ausgewogener Qualität wäre.

Musikalisch eröffnete Ilemi Kemonah-Martinez mit Ausschnitten aus der "Zweiten Suite für Violoncello Solo" von Johann Sebastian Bach unser Lehrerkonzert. Die samtig tiefen Klänge des Instruments und der elegisch nachdenkliche Vortrag wussten dabei zu überzeugen. Leider kam die Trockenheit des Veranstaltungsraumes meiner Auffassung nach dem Klang des Violoncellos nicht unbedingt entgegen. Trotzdem präsentierte die Künstlerin dem Publikum eine überzeugende Darstellung dieses Werks.

Danach übernahm Mozart das Ruder! Die beiden Pianisten Sebastian Grothey und Thorge Müller konzertierten vierhändig Stücke aus Mozarts "Zauberflöte", die der Komponist Christian Gottlob Neefe zusammengestellt hatte. Die sehr bekannten Melodien wurden von Grothey und Müller überzeugend vorgetragen und beinhalteten dabei fantasievolle Variationen zu fast jedem Thema. Ein weiteres Werk von Mozart, das an diesem Abend präsentiert wurde, war die Sonate für Klavier und Violine in G-Dur, KV 310, bestehend aus den Sätzen 1. Allegro con spirito und 2. Allegro. Der Bremer Violinist Joachim Brockes trug dieses Werk gemeinsam mit Sebastian Grothey am Klavier vor. Zu hören war ein entspannter Vortrag, der große Selbstsicherheit ausstrahlte. Es wurde mit Liebe zum Detail und starkem Ausdruck musiziert.

Nach der Pause, in der viel Zeit für nette Gespräche war, bot ein Jazz-Trio, welches sich um den Bremer Gitarristen Ulrich Ziegeler geschart hatte, spritzige Blues- und Jazz-Standards. Neben Ziegelers wohl durchdachten und virtuos vorgetragenen Gitarrensoli hörte das Publikum Marc Prietzel am Schlagzeug und Oliver Poppe an der Orgel, die es verstand sowohl durch ihren Sound als auch durch eine wohlgeführte linke Hand den vermeintlich fehlenden Bass in dieser Besetzung vollkommen zu kompensieren. Es wurde sensibel, doch auch sehr akzentuiert Musik gemacht. Das runde und sehr ausgewogene Schlagzeugspiel von Marc Prietzel überzeugte dabei mit großer Eleganz. Orgel und Gitarre fügten dabei deutliche Akzente in das Spiel ein - es war zu spüren, dass die drei Musiker sowohl Routine als auch großes Engagement in ihre Musik investieren konnten.

Zu guter Letzt präsentierte sich gemeinsam mit diesem Jazz-Trio unsere neue Gesangslehrkraft Henrike Krügener, die eigene Songs mit ihren Kollegen einstudiert hatte. Die Bremer Sängerin hat dabei besonders durch die Arbeit mit ihrer Stimme und einem facettenreichen Vortrag geglänzt. Dank hierbei auch an Oli Poppe, der die Stücke für die vorliegende Besetzung arrangiert hatte.

Das Publikum konnte mit diesem Konzert sehr zufrieden sein! Moderiert wurde die Veranstaltung von Ulrich Ziegeler.

Zum NWZ-Artikel:

http://www.nwzonline.de...Jazz-und-Pop-zu-Mozart.html